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Urlaube an der Ardeche

An die Ardeche (Übersichtskarte) fahre ich nun schon seit etlichen Jahren: immer in der 2.Woche der Osterferien. 
Angefangen hat es mit einem Kajak-Kurs - damals waren die umliegenden Flüsschen noch befahrbar. In den letzten Jahren war dazu meist zuwenig Wasser. Die erste Woche verbringe ich üblicherweise in Frankreich beim Skifahren, und dann ist es ein hochwillkommener Kontrast, an der Ardeche erstens alles in Blüte zu sehen, und zweitens schon richtig heiße Tage zu erleben. Ganz zu schweigen von der grandiosen Canyon-Landschaft.

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Zelten

Es gibt an der Ardeche eine Vielzahl von Campingplätzen, sodass jeder sein Fleckchen finden kann - sofern er nicht gerade in der Hauptsaison aufkreuzt, oder am Oster- oder Pfingstwochenende. Ich bleibe dann immer am Ende der Schlucht in der Nähe von Vallon Pont d'Arc auf einem etwas einfacheren Platz, nahe genug zur Ortschaft, und weit genug davon entfernt, sodass man einen kleinen Spaziergang dorthin hat um die Einkäufe zu erledigen. Außerdem kann man von dort kleine Wanderungen entlang der Ibie machen, oder vor dem Frühstück mal schnell auf das Hochplateau rauflaufen, um die Kondition etwas zu verbessern.

Meist war es bereits um Ostern rum angenehm warm, tagsüber kann man leicht bekleidet rumlaufen, und nur gegen Abend wird es etwas kühl.

Allerdings - in manchen Jahren kann es noch richtig kalt sein, und dann zahlt es sich aus, wenn man nicht nur ein kleines Expeditionszelt dabei hat, sondern in einem ordentlich großen Zelt hausen kann. Dann hat man nämlich die Möglichkeit, einen Gasheizer zu installieren, und der macht ordentlich warm.

Es ist schon schön, abends bei gutem Wein am Grill-Feuerchen zu sitzen und zu palavern.

Wandern

Letztes Jahr (2000) und dieses Jahr (2001) waren wir zusätzlich um Pfingsten dort, und es war herrlich: warm, gutes Wetter mit nur wenig Regen, und man konnte die Schlucht erfolgreich durchwandern. Immerhin - man muss 2 Furten durchqueren, und wenn das Wasser sehr kalt ist, dann ist das kein Spaß. Ostern habe ich es noch nicht versucht, Pfingsten ist es von der Wassertemperatur kein Problem mehr. Allerdings: Der Wasserstand sollte stimmen, was einige Tage Schönwetter voraussetzt.

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Zunächst läuft man bis hinter die Teufelsbrücke auf der Straße, dann, wenn diese ernsthaft das Hochplateau zu erklimmen beginnt, biegt man rechts zur Ardeche ab, und das war's dann für den Rest der Wanderung mit Kontakten zur Zivilisation. Man befindet sich nun in einem Natur-Reservat, und natürlich unterliegt man dort gewissen Beschränkungen - beispielsweise darf man nur an 2 Stellen (Gaud und Gournier) übernachten und offenes Feuer machen. Und natürlich darf man keine Pflanzen herausreißen etc.

Den ganzen Canyon an einem Tag zu laufen, ist zwar möglich, aber nicht sonderlich sinnvoll: Man hat nix von der grandiosen Landschaft. Es macht bedeutend mehr Spaß, abends an einem Lagerfeuer in der Schlucht zu sitzen, die Geräusche der Nacht zu hören, das Farbenspiel und die Sterne zu beobachten, als nonstop durch die Schlucht zu rennen.

Wer gerne in Höhlen rumkrabbelt, sollte eine Taschenlampe dabei haben, und außerhalb der Höhle noch eine weitere Person, die im Notfall Hilfe holen kann. Es gibt Höhlen, die sind mühelos erreichbar, und es ist immer reizvoll, ein wenig in sie hineinzuschauen.

Nebenbei: Der Weg ist nur für Leute machbar, deren Bauchumfang ein gewisses Maß nicht überschreitet. Nicht, dass der Weg besonders schwierig wäre - das ist er nicht - aber er besitz ein Nadelöhr, und das stellt eine natürliche Barriere dar. Schlecht, wenn man es kurz vor St.Martin von Vallon Pont d'Arc kommend feststellt, kein Problem, wenn man in St.Martin losgegangen ist :-)

Man muss aber auch sagen, dass der Weg für Büromenschen beschwerlich ist, er ist schmal, uneben und naturbedingt mitunter glitschig.  Wer sich da den Fuß verstaucht/umbiegt/bricht hat eine unangenehme Zeit vor sich, denn es gibt nur 2 oder 3 Stellen, wo man die Schlucht nach oben hin verlassen kann, und diese Stellen muss man erst mal erreichen. Wir hatten insofern Glück, als einer unserer Freunde sich seinen Fuß unmittelbar gegenüber dem "Bivouak de Gaud" demoliert hat, und so konnten wir ihn nach Queren einer Furt und Ausleihen eines Kanus nach wenigen Metern Fußmarsch in das Boot und damit auf die rettende Seite hinüberbringen. Andernfalls wäre die Rettungsaktion eine äußerst mühsame Aktion gewesen, langwierig und für den Betroffenen ziemlich unangenehm.

Die an der 1.Hilfe-Station anwesenden Franzosen waren sehr hilfsbereit, und haben ihn dann zur Straße hochgefahren, von wo aus ein Trampen nach Vallon Pont d'Arc leicht möglich war. Wir anderen haben unsere Wanderung dort auch abgebrochen, und sind zu Fuß nach oben gegangen. Die Verletzung war recht effektiv und hatte ein längeres Nachspiel als vermutet.

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Paddeln

Die Schlucht mit dem Boot zu befahren ist immer ein besonderes Erlebnis. Bis auf die letzten 5km geht es bequem mit der Strömung, und es sind nur wenige Stromschnellen, bei denen man ein wenig aufpassen muss. Entsprechend der geringen Schwierigkeit ist an Feiertagen der Ansturm enorm, man kann dann fast von Boot zu Boot springen. An den Stromschnellen versammeln sich dann massenhaft Zuschauer, um die Schwimmversuche der Paddler zu bestaunen und der reinen Schadenfreude zu frönen.

Meine Lieblingsstelle ist der Dent Noir, bei dem man regelmäßig beobachten kann, wie die Farbe aus den Gesichtern der zunächst zuversichtlichen, aber unwissenden Paddler weicht, bevor sie am Felsen vom Boot ins Wasser wechseln, und nach einer kurzen erfrischenden Badeeinlage im anschließenden Pool ihre Sachen zusammensammeln, und auf den runden Bachkieseln ihre Boote auslehren und die Klamotten trocknen. 

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Glücklicherweise passiert nicht allzuoft ein Unglück, und so lohnt es sich eigentlich immer, an dieser Stelle eine ausgiebige Rast einzulegen, und die reine Schadenfreude über die misslungenen Steuerversuche zu genießen. Hier treten die Unterschiede zwischen einem Auto und einem Paddelboot bezüglich der Steuerung klar zutage.

Es gibt noch 2 weitere Stellen, die Anlass für Heiterkeit geben. Dieses Jahr haben wir an einer dieser Stellen einen großen Hund gerettet, der mit seinem Herrchen in einem 1-Mann-Boot unterwegs war. Herrchen konnte ihm nicht helfen, weil er mit der einen Hand sein Doppelpaddel halten musste, und sein Viecherl war für eine Person viel zu schwer, um ihn einfach aus dem Wasser zu hieven. Der Hund seinerseits konnte nicht an Land, weil er in einer Felsschlucht schwimmen musste, und kein Ende in seiner Sicht war. 
Wir haben ihn dann, nachdem er erste Tauchübungen gemacht hat, auf unser Boot gezogen, was leichter war, weil wir halt zu zweit waren. Mir erschien Vorsicht vor den großen Zähnen eines um sein Leben kämpfenden Hundes angebracht. Er war allerdings nach seiner Rettung sehr friedlich, und hat sich nur sehr zögerlich über das Wasser auf das Boot seines Herrchens begeben. 
Der Mensch hat's an dieser Stelle leichter - für ihn gibt es die Möglichkeit auszusteigen.

Die letzten 5km bewegt man sich vor den Bergen der Schlucht im Tal auf Sauze zu. Natürlich hat man am späteren Nachmittag immer kräftigen Gegenwind, und so ist dort meist ein harter Kampf angesagt, bis man schließlich in Sauze das Boot aus dem Wasser nimmt, und sich auf die Rückfahrt vorbereitet.
Mit einem Mietboot ist das kein Problem, die Rückfahrt ist im Mietpreis inbegriffen. Fährt man in eigener Regie, muss man entweder zurücktrampen und den Wagen holen, oder man setzt bereits vor der Abfahrt eines von 2 Autos nach hier um.

So oder so, eine Fahrt durch die Schlucht ist eindrucksvoll!

Ardeche-Guide

Guide

Wetterdienst

Camping de I'lle: Mezelet, 07150 Vallon Pont d'Arc, Fax: 04 75880544, Tel: 04 75 88 10 31, Mme Gigli M. Mialon

Teilnehmer: Frank, Gerlinde, Franz, Sabine ich.

Copyright 2006, 2007 © Claus Gregor

last update: 8.2.2007